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Stromtrasse: 11 Bürgermeister schließen sich zusammen

Hauptverwaltungsbeamte der „Autobahn-Kommunen“ fordern faires Verfahren

Hauptverwaltungsbeamte der „Autobahn-Kommunen“ fordern faires Verfahren

Faires Verfahren gefordert (v.l.): Marcus Brinkmann, Ansgar Brockmann, Michael Fischer, Heiner Pahlmann, Christel Scharf (Bauamt, Vechta), Sebastian Hüdepohl, Gert Kühling (Allg. Vertr., Lohne), Tobias Averbeck, Frank Bittner u. Thorsten Schmidtke.


Die Bürgermeister der Kommunen entlang der Autobahn haben sich in Bezug auf die Planungen der so genannten „F-Trasse" entlang der Autobahnen 29 und 1 zu einer Allianz zusammengeschlossen. So luden die Bürgermeister der elf betroffenen Kommunen ins Dinklager Rathaus zu einer Pressekonferenz ein, um ein „faires Verfahren" bei den Überlegungen für eine geplante 380KV-Stromtrasse von Conneforde nach Merzen einzufordern.

„Die Notwendigkeit einer Stromtrasse wird seitens der hier vertretenen Kommunen keineswegs bezweifelt", so Dinklages Bürgermeister Frank Bittner in seinen Eröffnungsworten. „Nichts desto trotz fordern wir ein faires Verfahren", so Bittner weiter. Bittner hatte als Gastgeber eines Treffens von Bürgermeistern aus vier Landkreisen an den Autobahnen 29 und 1 die Pressevertreter ins Dinklager Rathaus eingeladen.

Die auf der Pressekonferenz vertretenen elf Kommunen aus den Landkreisen Oldenburg, Cloppenburg, Vechta und Osnabrück wären von den Planungen der so genannten „F-Trasse" eines Trassenkorridors für den Abschnitt der Nord-Süd-Hochspannungsleitung in der Region - entlang den beiden Autobahnen – betroffen. Die „F-Trasse" als Variante würde für die betroffenen Kommunen massive Einschnitte in die städtebauliche Entwicklung und zum Teil auch in geschützte Gebiete - wie den Dinklager Burgwald - bedeuten, teilte Bittner den Pressevertretern mit.

Alle Bürgermeister machten von ihrem Recht Gebrauch, zu erklären, warum die Variante der „F-Trasse" aus Sicht ihrer Kommune nicht realisierbar ist. Unter anderem machten die Hauptverwaltungsbeamten deutlich, dass die in den Planungen stehende F-Trasse nicht nur erheblich länger, sondern damit auch deutlich teurer wäre, als andere in Planung stehende Varianten.

So zeigte sich Gert Kühling, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters in Lohne, „sehr verwundert" über die nachträgliche Aufnahme des Trassenkorridors. So habe auf Lohner Gebiet unter anderem die Firma Pöppelmann im Bereich des Korridors gebaut, so dass die Trasse über das Gewerbegebiet gelegt werden oder auf die andere Seite in den Burgwald verlegt werden müsse. In diesem Zusammenhang wiesen Bittner und Kühling auch auf die Überlegungen von Lohne und Dinklage für die Ausweisung eines interkommunalen Gewerbegebietes hin, die dadurch beschnitten würden.

In Holdorf beispielsweise sind die Planungen für die Ausweisung eines Gewerbegebietes ebenso betroffen, wie die Aussiedlung eines landwirtschaftlichen Betriebes, die für eine weitere ortskernnahe Wohnbebauung erforderlich ist. Ansgar Brockmann (Neuenkirchen-Vörden) teilte mit, dass die Planungen sowohl den Windpark in Wenstrup betreffen, als auch der Vorstoß der Landkreise Cloppenburg und Osnabrück, das bislang in Merzen geplante Umspannwerk weiter in Richtung Westen zu verlegen. Gemeinsam mit Riestes Bürgermeister Sebastian Hüdepohl machte Brockmann weiterhin deutlich, dass der Niedersachsenpark mit inzwischen 55 Betrieben und rund 2.500 Arbeitnehmern ebenfalls massiv betroffen wäre.

Sowohl Bakums Bürgermeister Tobias Averbeck als Sprecher der von den Trassenplanungen betroffenen Kommunen, als auch Bittner wiesen darauf hin, dass eine Autobahn-Trasse in ihren Kommunen Enteignungen nach sich ziehen würden. „Die Raumwiderstandskarte wurde an für die Trassenplanungen entlang der Autobahn entscheidenden Stellen geändert", kritisierte Averbeck.

Das Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) teilte in Person von Dezernent Bernd Heidrich mit, dass ursprünglich im Bereich Bissel (Großenkneten) westlich der Autobahn geschlossene Bebauung dargestellt worden sei. Dann müsste der Abstand der Stromtrasse mindestens 400 Meter zu Gebäuden betragen. Zwischenzeitlich erfolgte Untersuchungen und eine „nähere Sichtung" hätten jedoch ergeben, dass die vorhandene Bebauung als Außenbereich einzustufen sei. So würde sich der einzuhaltende Mindestabstand zu Gebäuden auf 200 Meter verringern.

Auf die vermehrte Kritik an der F-Trasse betonte Heidrich, dass die Trasse weder durch den Betreiber Tennet noch durch ihn als „vorzugswürdig" eingestuft werde



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